Vor ein paar Wochen saß ich mit einem Kumpel im Zug, jeder hatte einen Controller in der Hand, und er fragte mich, ob wir nicht mal wieder A Way Out zusammen durchspielen wollen. Er hat nur eine Switch dabei, ich einen Laptop. Wir haben es nicht geschafft. Nicht weil das Spiel schlecht ist, sondern weil es auf der Switch, auf der mein Kumpel sitzt, einfach nicht existiert.

Falls Sie genau deshalb hier gelandet sind: Nein, es gibt kein A Way Out für die Nintendo Switch, weder für die erste noch für die Switch 2. Und die Geschichte dahinter ist verblüffend banal.

Wichtige Erkenntnisse

  • A Way Out erschien im März 2018 nur für PC, PS4 und Xbox One. Switch, Switch 2 und PS5 bekamen nie eine offizielle Version.
  • Der Koop-Grund ist technisch: Das Spiel rendert permanent zwei Perspektiven gleichzeitig.
  • Ein offizielles Statement zur Switch-Absage stammt aus der Woche vor dem Release 2018 – seither kam nichts nach.
  • Auf Steam und im EA Store läuft das Spiel weiterhin, allerdings ohne Crossplay zur Switch.
  • Wer indirekt auf der Switch spielt, kann per Remote Play auf eine PS4 oder einen PC streamen.

Warum es A Way Out nicht für die Switch gibt – und das bis heute

Die kurze Antwort: Timing und Technik. Die etwas längere Antwort zeigt, warum das Thema 2026 immer noch aufpoppt.

Das Timing-Argument

A Way Out wurde am 23. März 2018 veröffentlicht. Die Nintendo Switch war zu diesem Zeitpunkt gerade ein Jahr alt, und Hazelight, das Studio hinter dem Spiel, hatte sich auf die damals etablierten Plattformen konzentriert. Der Titel war ein verhältnismäßig kleines Projekt, kein Vollpreisblockbuster – man kann sich gut vorstellen, dass jedes zusätzliche Portierungsteam eine Ressource war, die man lieber in die Qualität des eigentlichen Spiels gesteckt hat.

Erinnern Sie sich an die Aufregung um die Switch-Konvertierungen damals? Für jedes zweite Indie-Spiel kam die Frage. Hazelight hatte schlicht kein großes Team und keine Zeit.

Das Technik-Argument

Hier liegt der wirklich spannende Punkt. A Way Out ist ein Koop-Spiel, das zwei Spieler auf einem Bildschirm zeigt, und zwar permanent, oft in einem geteilten Split-Screen. Zwei komplett getrennte Kameras, zwei Perspektiven, zwei Sichtfelder – gleichzeitig berechnet.

Kurz gesagt: Das Spiel rendert schon im Normalfall die doppelte Menge an Bildinformationen. Auf einer Konsole wie der Switch, die ohnehin mit portabler Leistungsgrenze zu kämpfen hat, ist das eine ganz andere Hausnummer als auf einer PS4 oder Xbox One. Und für den Handheld-Modus ist das Konzept ohnehin schwierig, weil der geteilte Splitscreen auf einem 6-Zoll-Display für beide Spieler zur Zumutung wird.

Ehrlich gesagt: Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass das nicht einfach eine Ausrede war. Wenn man A Way Out einmal gespielt hat, ahnt man, warum das nicht nebenbei geht.

Was seit 2018 passiert ist

Vor kurzem kam eine Nachfrage in einem Forum, in dem ich mitlese: Hat sich seit damals was geändert? Gibt es einen Port, einen Cloud-Release, irgendetwas?

Nein. Kein offizieller Cloud-Release. Kein Port. Keine Ankündigung. Hazelight arbeitete nach A Way Out an It Takes Two (2021) und danach an Split Fiction (2025). Interessanterweise ist It Takes Two inzwischen tatsächlich auf der Switch erschienen, was den Frust bei A Way-Out-Fans noch erhöht hat – schließlich ist das grundsätzlich ähnlich strukturiert.

Warum das eine geht und das andere nicht, lässt sich aus meiner Sicht so erklären: It Takes Two ist optisch und technisch moderner gebaut und wurde von vornherein mit potenziellen Ports im Hinterkopf entwickelt. A Way Out dagegen ist ein älteres, technisch enger an die damalige Hardware gebundenes Spiel.

Auf welchen Plattformen Sie A Way Out tatsächlich spielen können

Wer das Spiel heute spielen will, hat wenig Auswahl – aber die Auswahl ist solide.

Plattform Verfügbar? Anmerkung
PC (Steam, EA App) Ja Läuft zuverlässig, oft im Sale unter 10 Euro
PS4 Ja Abwärtskompatibel zur PS5 spielbar
PS5 Nur via PS4-Version Keine native PS5-Fassung
Xbox One Ja Auf Series X/S abwärtskompatibel
Nintendo Switch / Switch 2 Nein Keine Version angekündigt

Der Preis ist übrigens ein Argument für sich: Auf Steam kostet A Way Out im regulären Sale häufig unter 10 Euro. Die Friend's Pass-Funktion von EA macht es noch attraktiver – ein Spieler kauft, der zweite spielt kostenlos mit. Das ist ein Modell, das ich mir ehrlich gesagt bei mehr Koop-Spielen wünschen würde.

A Way Out auf der PS5 – geht das?

Ja, aber indirekt. Es gibt keine native PS5-Version. Wenn Sie eine PS4-Disc oder die digitale PS4-Fassung besitzen, läuft sie auf der PS5 über die Abwärtskompatibilität. Ich habe das selbst ausprobiert, vor ein paar Monaten – die Framerate war spürbar stabiler als auf meiner alten PS4, aber technisch war es erkennbar die alte Version (keine Dualsense-Features, keine Verbesserungen beim Laden).

A Way Out auf der Switch 2 – warum nicht?

Die Switch 2 ist technisch deutlich stärker als ihre Vorgängerin. Man könnte also meinen, das Technik-Argument von 2018 gilt nicht mehr. Trotzdem: Bis heute gibt es keine Ankündigung, keine Andeutung, kein Gerücht aus verlässlicher Quelle. Hazelight hat mit Split Fiction und der It Takes Two-Portierung andere Prioritäten gesetzt. Und wenn man ehrlich ist: Nach acht Jahren ist ein Port wirtschaftlich wenig attraktiv, wenn das Studio lieber an neuen Titeln arbeitet.

Das Ding ist: Ich würde mich freuen, wenn ich falsch liege. Ich rechne aber nicht damit.

Wenn Sie unbedingt auf der Switch spielen wollen: die Umwege

Es gibt einen Weg, aber er ist nicht offiziell und nicht schön.

  • Remote Play: Sie streamen das Spiel von einer PS4 (im selben Netzwerk oder über Internet) auf ein anderes Gerät. Inoffiziell geht das mit einer Switch über Homebrew-Lösungen – davon rate ich aber klar ab, weil es gegen die Nutzungsbedingungen verstößt und die Latenz bei einem Spiel, das auf Timing angewiesen ist, brutal wehtut.
  • PC-Streaming: Wenn Sie einen PC haben, können Sie A Way Out über Steam Link auf ein Tablet oder einen Laptop im selben WLAN streamen – aber nicht auf die Switch selbst.
  • Zwei Geräte parallel: Der ehrlichste Weg. Ein Spieler auf der PS4, der andere am PC. A Way Out unterstützt Online-Koop plattformübergreifend.

Ich habe den Remote-Play-Weg vor etwa zwei Jahren ausprobiert, mit einer PS4 im Wohnzimmer und einem Laptop im Arbeitszimmer. Ergebnis: spielbar, aber frustrierend. Bei den QTE-Sequenzen und den Verfolgungsjagden hat mich die Latenz dreimal in den Tod geschickt. Nach einer Stunde habe ich aufgegeben.

Häufige Fragen zu A Way Out

Kann man A Way Out alleine spielen?

Nein. A Way Out ist zwingend auf zwei Spieler ausgelegt. Es gibt keinen Solo-Modus, keine KI, die den zweiten Charakter übernimmt. Wer alleine spielen will, muss auf andere Titel ausweichen – oder sich einen Koop-Partner suchen.

Ist A Way Out plattformübergreifend spielbar?

Ja, zwischen PC, PS4 und Xbox One funktioniert der Online-Koop plattformübergreifend. Die Switch ist nicht dabei, weil es keine Switch-Version gibt. Wichtig zu wissen: Der Friend's Pass erlaubt dem zweiten Spieler eine kostenlose Teilnahme, allerdings nur auf derselben Plattformfamilie.

Wie lange dauert A Way Out?

Etwa sechs bis acht Stunden für einen kompletten Durchlauf. Das klingt wenig, ist aber genau richtig – das Spiel ist dicht erzählt, mit wenigen Längen. Ich habe beim ersten Mal knapp sieben Stunden gebraucht, inklusive einiger unnötig langer Diskussionen mit meinem Mitspieler über die richtige Herangehensweise bei einem Gefängnisausbruch.

Lohnt sich A Way Out heute noch?

Absolut. Ich habe es vor ein paar Monaten zum zweiten Mal durchgespielt, diesmal mit meiner Schwester, und die Twists haben immer noch funktioniert. Die Dialoge wirken manchmal etwas hölzern, aber die Erzählstruktur ist genau das, was Koop-Spiele sonst selten hinbekommen. Für unter 10 Euro ist das ein klarer Fall.

Was bleibt

Wenn Sie also auf der Suche nach A Way Out für die Switch sind: Die Antwort ist ein klares Nein, und sie wird es vermutlich auch bleiben. Was mich daran am meisten stört, ist nicht das Fehlen selbst – sondern dass es so gut wie keine offizielle Kommunikation dazu gibt. Ein kurzer Satz von Hazelight oder EA, dass ein Port nicht geplant ist, würde hunderte Forenthreads überflüssig machen.

Stattdessen passiert das, was in der Spielebranche ständig passiert: Fans hoffen, vermuten, spekulieren – und irgendwann entsteht ein Gerücht, das sich verselbstständigt. Ich habe in den letzten Wochen mindestens drei verschiedene „Hinweise“ auf einen Switch-Port gesehen. Alle ohne Substanz.

Falls Sie sich also gerade fragen, ob Sie das Spiel jetzt kaufen sollen: Wenn Sie eine PS4, PS5 oder einen PC haben – ja. Wenn Sie nur eine Switch haben – nein, das wird nichts. Und wenn Sie jemanden kennen, der Ihnen das Spiel auf einer anderen Konsole zeigen kann, nehmen Sie die Einladung an. Es lohnt sich.